Sainte-Suzanne

Die Wiege der Bourbon-Vanille

Im Jahr 1841 entdeckte in dieser Gemeinde im Norden ein zwölfjähriger Sklave namens Edmond Albius eine Methode, auf die vor ihm noch niemand gekommen war: die manuelle Bestäubung der Orchideenblüte, aus der die Vanille gewonnen wird – mit einer Bambusspitze und einem Daumendruck.

Diese Technik hat sich seitdem nicht verändert, und ohne sie gäbe es weder Bourbon-Vanille noch eine Vanilleindustrie im Indischen Ozean. Eine Autostunde und 20 Minuten von der Residenz entfernt führt „La Vanilleraie“ dieses Know-how im Herzen der Domaine du Grand Hazier fort, einem kreolischen Anwesen aus dem 18. Jahrhundert, das unter Denkmalschutz steht: Eine einstündige Führung, bei der man die Vanilleschote von der Liane bis zur Trocknung verfolgt, und ein Laden, in dem man preisgekrönte Vanille direkt beim Erzeuger kaufen kann.

Einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt parkt man, durchquert hundert Meter Zuckerrohrfelder, und schon taucht der Niagara-Wasserfall auf: 25 Meter Wasser stürzen in ein großes Becken, in dem man baden kann – der Kontrast zwischen dem Unspektakulären des Weges dorthin und der Schönheit des Ortes überrascht jeden. Etwas weiter flussaufwärts am selben Fluss liegt das Bassin Bœuf, das versteckte Juwel des Tals: ein kurzer Spaziergang, ein türkisfarbenes Becken.

Ziehen Sie festes Schuhwerk an und verzichten Sie nach starken Regenfällen auf das Baden. Als Bonus auf dem Rückweg: der Leuchtturm von Bel-Air, der einzige Leuchtturm auf La Réunion, der seit 1846 über der Windküste thront.